… oder auch: Zur prophylaktischen Wirkung von Blazern.
Jede modeinteressierte Frau steht tagein tagaus vor der zwar lösbaren, aber durchaus kniffeligen Aufgabe, die richtigen Teile aus ihrem zumeist üppigen Kleiderschrank zu wählen, neu zu kombinieren und zu individualisieren. Das kann Qual und Lust zugleich bedeuten. Viele Faktoren und Fragen beeinflussen diesen alltäglichen Prozess: aktuelle Trends und der Wunsch, diese befolgen oder brechen zu wollen, persönliche Vorlieben, wechselhafte Launen („Mir ist heut so blümerant zumut!“) und selbstverständlich auch Überlegungen zur Zweckmäßigkeit des zu wählenden Outfits. Schließlich ist man ja darauf bedacht, situationsgerecht gekleidet zu sein.
Glücklich, wer es schafft, alle Tendenzen auf einen Nenner zu bringen. Und dabei noch die willkürlichste aller Komponenten zu berücksichtigen: das Wetter! In Zeiten des als zuverlässig gerühmten Wetterberichts scheint seine Bedeutung geschmälert. Aber obacht! Nur ein einziges Mal verschlafen genügt, um sich des Ausmaßes des wetterlichen Einflusses bewusst zu werden. Man stelle sich vor: eben noch genüsslich im Bett geräkelt, reißt der verstohlene Blick auf den stummen Wecker aus allen Träumen – schnell aufgesprungen! Die Dusche ist heut Beiwerk, der Kaffee nur to go. Ein Blick aus dem Fenster genügt („Oh, wie sommerlich blau der Himmel heut erstrahlt!“), der schnelle Griff in die luftige Garderobe legitimiert. Doch vor der Tür das böse Erwachen: eisiger Wind, noch eisigere Temperaturen und ein ebenso eisig-farbener spottender Himmel. Und die nächste Erkältung lässt sich nicht lange bitten.
Etwas ähnliches widerfuhr mir gestern. (weiterlesen…)